Kanalinspektion :  Forum
 
Unterbögen in Rohrsohle
geschrieben von: Schmiedeler (IP-Adresse bekannt)
Datum: 20. April 2004 17:19

Bei der TV.Untersuchung eine Stzg.Leitung DN 200 wurde ein Unterbogen von 2 bis 3 cm festgestellt.
Länge des Unterbogen ca 10 bis 12 m . Der selbe Schaden befindet sich in einer Stahlbetonrohrleitung DN 300.
Die Leitungen sind beide Wasserdicht und weisen sonst keine Schäden auf. (Gefälle der Leitung beträg 2 % ) .Setzungen im Straßenbereich ( Asphalt) nicht vorhanden. Der Abwasserverband erwartet von uns eine Sanierung der Leitung.
Über Ratschläge und technische Hinweise würden wir uns freuen.
Denn die Kosten einer Sanierung , überschreiten hier bei weitem den Schaden.


Re: Unterbögen in Rohrsohle
geschrieben von: Karl Jansen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 24. April 2004 09:13

Hallo Herr Schmiedeler,

dann gibt es keinen Grund zur Sanierung! Dicht ist Dicht! Gefälle ist ausreichend vorhanden! Was noch mehr kann man verlangen?

Wenden Sie sich grafierenderen Schadensfällen zu!

Karl Jansen

Re: Unterbögen in Rohrsohle
geschrieben von: (IP-Adresse bekannt)
Datum: 24. Mai 2005 18:08

Hallo Herr Jansen,

gibt es eigentlich Toleranzen in bezug auf die vertikale und horizontale Abweichung einer Abwasserleitung DN 200 aus Stzg. Wenn ja, wo finde ich diese.
Ab welche Abweichungen (Unterbogen) gemessen in cm gilt eine Abwasserleitung, zB. DN 200 als unbrauchbar.

Das Mindestgefälle mit der eine Abwasserleitung verlegt werden soll beträgt 1/DN. Bei einer Abwasserleitung DN 200 sind das 0,5%.
Stellt es aus Ihrer Sicht einen Mehraufwand dar, wenn der AG im Nachhinein eine Verlegung der oben beschriebenen Abwasserleitung von 0,2 % wg. eines Zwangpunktes fordert ?
Unser Produktivität (m/Tag) hat sich jedenfalls halbiert.
Und wie sieht es dann mit der Gewährleistung aus ?

Re: Unterbögen in Rohrsohle
geschrieben von: Karl.Jansen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 24. Mai 2005 21:37

Hallo Herr Döhring,

es gibt sehr wohl Grenzwerte für diese Abweichungen im ATV-M 149. Bei mehr als 3 cm des Durchmessers DN 200 mm bzw. 100 % der Wandstärke ist das Rohr unbrauchbar.

Bei Grundleitungen bzw. Hausanschlußleitungen ist nach DIN 1986 ein Mindestgefälle von 2 % erforderlich!

In öffentlichen Kanälen reicht i. d. R. ein Gefälle von 0,5 % aus. Je geringer das Gefälle ist, desto grösser ist die Gefahr von Ablagerungen. Der grössere Verlegeaufwand dürfte vernachlässigbar sein.

M.f.G.

Karl Jansen

Re: Unterbögen in Rohrsohle
geschrieben von: Robert Thoma (IP-Adresse bekannt)
Datum: 08. September 2005 23:06

die grenzwerte des ATV M149 gelten nur für alte Leitungen !

Für neue Leitungen gibt keine - in normen definierten grenzwerte - für die Abweichung vom geplanten gefälle.

Bei Unterbögen ist im einzelfall stets die frage nach den auswirkungen vor weiteren massnahmen (sanierung) zu stellen. Gleiches gilt für das vertraglich vereinbarte Sohlgefälle.

mfg
robert thoma



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