Kanalsanierung :  Forum
 
Beteiligung an Kanalsanierungsrechnung der Nachbarn
geschrieben von: KIRA (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15. April 2009 18:31

Wertes Team
Brauche ganz dringenst Ihre Meinung bezĂĽglich folgendem Sachverhaltes:
In der 2. Märzwoche dieses Jahres hatten wir erhebliche Probleme mit unserer Abwasserleitung. Zumindest dachten wir, dass es an unserer Leitung liegt. Bei einer Kanalreinigung wurde jedoch festgestellt, dass unsere Rohre absolut in Ordnung und ohne Schäden sind. Bei unseren Nachbarn sah dies anders aus: Durch Wurzeln hatten sich diverse Rohrbeschädigungen ergeben. Nebenbei: Unser Wasseranschluß und unsere Abwasserrohre sind mit denen unserer Nachbarn verbunden,leider. Unsere Nachbarn haben daraufhin ihre Rohre von innen abdichten lassen, da-laut ihrer Aussage-eine Grabenöffnung und Neulegung von Rohren nicht möglich sei, da es sonst Probleme mit der Statik ihres Doppelhauses gäbe... Eine Rechnung von weit über 4000€ liegen uns vor. Da unsere Rohre an die ihren anschließen, verlangen unsere Nachbarn nun, dass wir uns mit 1/3 der Gesamtsumme an den Kosten beteiligen. Ist dies in Ordnung? Unsere Rohre haben doch keinerlei Schäden und für die Wurzelsprengungen ihrer Rohre sind wir auch nicht verantwortlich. Welche Versicherung kommt evtl. für solche Schäden auf? Sind wir tatsächlich verpflichtet, uns an den Kosten zu beteiligen? Wenn ja, wirklich in 1/3 der Höhe? Für eine schnelle Antwort bedanke ich mich im Voraus und verbleibe mit freundlichen Grüßen aus Oberfranken

Re: Beteiligung an Kanalsanierungsrechnung der Nachbarn
geschrieben von: kjansen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 18. April 2009 07:13

Guten Tag KIRA aus Oberfranken,

wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann entwässert ihre Doppelhaushälfte in die gemeinsame Abwasseranschlussleitung des Nachbarhauses zum gemeindlichen/städtischen Abwasserkanal. Dann hat der damalige Architekt anstelle von zwei Anschlussleitungen wahrscheinlich aus Kostengründen nur eine Leitung gebaut.

Für den gemeinsam genutzten Leitungsabschnitt bis zum Straßenkanal sind die entstehenden Kosten von jedem Anschlussnehmer zu 50% zu erstatten. Das kann sehr wohl etwa 1/3 der Gesamtkosten sein oder weniger. Das kann man an Hand der inspizierten und sanierten Teil- und Gesamtlänge ausrechnen.

Bei Wurzeleinwuchs liegt auch immer Rohrbruch vor, der wiederum evtl. von der Wohn- und Gebäudeversicherung erstattet wird. Überprüfen Sie und ihr Nachbar ihre Versicherung auf die Passage zur Kostenübernahme des Rohrbruches an Ver- und Entsorgungsleitungen innerhalb und außerhalb des Gebäudes bzw. Grundstückes (die Formulierungen sind sehr unterschiedlich!). In der Regel bekommen sie bis zu 3.000 € im günstigsten Fall alle Kosten bei Rohrbruch (Risse, Scherbenbildung, Bruch, Einsturz, fehlende Wandungsteile, Wurzeleinwuchs etc.) für die Sanierung erstattet.

M.f.G.
Karl Jansen
Ihr Kanalgutachter



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