Kanalsanierung :  Forum
 
Re: Beteiligung an Kanalsanierungsrechnung der Nachbarn
geschrieben von: Manfred Vo├č (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15. August 2009 12:12

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wohnen in einer Reihenhaussiedlung mit 9 Reihenh├Ąusern in einer Stadt in NRW.
Anfang August 2009 hat eine ├ťberpr├╝fung gem. ┬ž 61 a LWG NRW der 9 Hausanschl├╝sse
und des gemeinsamen Abwasserkanals, der in den st├Ądtischen Abwasserkanal m├╝ndet,
stattgefunden. Bei dem gemeinsamen Abwasserkanal wurden Sch├Ąden, wie Axialver=
schiebungen und Risse festgestellt. Diese Sch├Ąden sollen zur Vermeidung von Ver=
schlimmerungen derselben schnellstm├Âglich behoben werden.
Im Rahmen der Kanalsanierungsarbeiten (Inlinerverfahren) soll auch die gem.
┬ž 61 a LWG NRW vorgeschriebene Dichtigkeitspr├╝fung vorgenommen werden.
Von den 9 Hauseigent├╝mern wollen 8 die unverz├╝gliche Kanalsanierung, da sie Ver=
schlimmerungen bef├╝rchten. 1 Hauseigent├╝mer sieht hierzu keine Veranlassung und
verweist darauf, dass die Dichtigkeitspr├╝fung erst bis sp├Ątestens 31.12.2015 nach=
gewiesen werden muss.
Was k├Ânnen die 8 "Sanierungswilligen" tun, um den "Unwilligen" zur unverz├╝glichen
Sanierung des gemeinsamen Abwasserkanals zu bewegen (Reden half bisher nicht !) ?

Vielen Dank f├╝r eine schnelle Antwort.

M.f.G.
M. Vo├č

Re: Beteiligung an Kanalsanierungsrechnung der Nachbarn
geschrieben von: kjansen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 15. August 2009 13:15

Guten Tag Herr Vo├č,

vom Grundsatz her sind diese Sch├Ąden mit aller Wahrscheinlichkeit auch bei den Grundleitungen unter den Kellerbodenplatten vorhanden. Das Zuwarten hat den Nachteil, da├č nachher keine geeignete Firmen zu einigerma├čen g├╝nstigen Preisen vorhanden sind. Die Wohnungsbaugesellschaften haben aus diesen Gr├╝nden bereits ihre Sofortma├čnahmen kurzfristig zur Ausf├╝hrung geplant.

Das gilt selbstverst├Ąndlich auch f├╝r ihre Ma├čnahmen. Bei Rissen, Scherben, Rohrbruch und Wurzeleinwuchs ist Gefahr in Verzug und bedarf nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik der sofortigen Schadensbeseitigung!

Es sollte ein Gesamtkonzept erstellt und verwirklicht werden. Dazu geh├Âren alle erdverlegten Leitungen.

├ťberpr├╝fen Sie die jeweiligen Wohn- und Geb├Ąudeversicherungen auf die Passagen "Rohrbruch in den Zu- und Ableitungen der Wasserversorgung innerhalb und au├čerhalb des Geb├Ąudes bis zur Grundst├╝cksgrenze". Die Sanierung von Rissen, Scherben, Boden sichtbar, Wurzeleinwuchs und unsachgem├Ą├č angeschlossene Stutzen etc. sind damit entsch├Ądigungsw├╝rdig.

M.f.G.
Karl Jansen
Ihr Kanalgutachter



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.09 16:10.

Re: Beteiligung an Kanalsanierungsrechnung der Nachbarn
geschrieben von: Manfred Vo├č (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17. August 2009 11:07

Sehr geehrter Jansen,
vielen Dank f├╝r Ihre schnelle Antwort. Ich w├Ąre Ihnen dankbar, wenn Sie auch zu
meiner Frage nach der Beteiligung a l l e r von der Kanalsanierung betroffenen
Hauseigent├╝mer Stellung beziehen w├╝rden.

M.f.G.

M. Vo├č

Re: Beteiligung an Kanalsanierungsrechnung der Nachbarn
geschrieben von: kjansen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 19. August 2009 18:35

Guten Tag Herr Vo├č,

hier gilt das Prinzip: "Alle haben den gleichen Nutzen und dementsprechend auch die gleichen Kostenanteile."

Zur Dringlichkeit sei gesagt, da├č nach dem ┬ž 18b und ┬ž 7a des Wasserhauhaltsgetzes (WHG) sowie ┬ž 324 StGB Gew├Ąsserverunreinigung bei sichtbarer Undichtigkeit und damit einhergehender Exfiltration von Abwasser sofortiger Handlungsbedarf besteht um sich nicht strafbar zu machen!

M.f.G.
Karl Jansen
Ihr Kanalgutachter

Neuerrichtung eines Revisionsschachtes bei Kanalsanierung
geschrieben von: Manfred Vo├č (IP-Adresse bekannt)
Datum: 03. September 2009 09:35

Sehr geehrter Herr Jansen,
wir sind eine Eigent├╝mergemeinschaft von 9 Parteien in einer Stadt in NRW und bewohnen 9 Einfamilienreihenh├Ąuser, die im Jahr 1978 errichtet wurden.
Im Rahmen der Dichtigkeitspr├╝fung (┬ž 61 a Landeswassergesetz NRW) wurden in diesem
Sch├Ąden (Axialverschiebungen, Risse) festgestellt. Diese Sch├Ąden wollen wir mittels Einziehen eines Inliners beseitigen lassen.
In einem Informationsgespr├Ąch bei dem Tiefbauamt unserer Stadt wurde uns vom dortigen Sachbearbeiter mitgeteilt, dass wir, bevor der Inliner in unser jetziges
Abwasserrohr eingezogen wird, einen Revisionsschacht errichten lassen m├╝ssen.
Dieses deshalb, weil der letzte Abwasserkanalschacht, der sich auf unserem Grundst├╝ck befindet, mehr als 15 m (ca. 38 m) vom st├Ądtischen Abwasserkanal= revisionsschachtes entfernt sei.
Die heutige kanalbauliche Situation wurde auf Grund eines Entw├Ąserungsgesuches vom
August 1977 im Februar 1978 von der Unteren Wasserbeh├Ârde unserer Stadt gepr├╝ft und genehmigt. Von der Errichtung eines Abwasserkanalrevisionsschachtes ca. 1 bis 2 m vor dem Ende unseres an die st├Ądtische Strasse grenzenden Grundst├╝cks, war bis zu dem Informationsgespr├Ąch bei unserer Stadtverwaltung keine Rede.
Nunmehr, ca. 31 Jahre nach der urspr├╝nglichen Enw├Ąsserungsgenehmigung, sollen wir
auf Grund einer Entw├Ąsserungssatzung vom 20.12.1996, die ca. 18 Jahre nach der
Genehmigung unseres Entw├Ąsserungsgesuches in Kraft getreten ist, einen Revisions=
schacht errichten.
Der f├╝r die Forderung nach der Errichtung eines Revisionsschachtes in Anwendung
gebrachte Ortssatzungstext lautet:
" ┬ž 13 Ausf├╝hrung von Anschlu├čleitungen
... (3) Der Grundst├╝ckseigent├╝mer hat geeignete Inspektions├Âffnungen (Reinigungs=
sch├Ąchte) einzubauen, die jederzeit zug├Ąnglich sein m├╝sse.
(4) Die Anzahl, F├╝hrung, lichte Weite und technische Ausf├╝hrung der Anschlu├č=
leitungen bis zu den Inspektions├Âffnungen sowie die Lage und Ausf├╝hrung der
Inspektions├Âffnungen bestimmt die Stadt."

Aus dem Vorstehen haben wir folgende Frage:

Ist unsere Stadt berechtigt, nachtr├Ąglich von uns die Errichtung eines Abwasser=
kanalrevisionsschachtes zu verlangen, obwohl die Ortssatzung, die im Bauer=
richtungsjahr unserer H├Ąuser galt, einen Revisionsschacht, der max. 15 m vom
st├Ądtischen Kanal entfernt ist, nicht vor sah ?

Im Voraus vielen Dank f├╝r Ihre Antwort.

M.f.G.

Manfred Vo├č

Re: Neuerrichtung eines Revisionsschachtes bei Kanalsanierung
geschrieben von: kjansen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 03. September 2009 11:16

Guten Tag Herr Vo├č,

dieser Revisionsschacht wird nach Abschnitt 3.1.1 der DIN 1986 vom Juni 1962 (5. Ausgabe) bereits gefordert. Die erste DIN 1986 ist vom Nov. 1928 speziell f├╝r NRW gemacht worden. Diese DIN 1986 ist Bestandteil aller bundesdeutschen Entw├Ąsserungssatzung und die ma├čgebliche Norm vor Gericht.

Mit anderen Worten h├Ątte dieser Schacht bereits damals gebaut werden m├╝ssen. Es reicht ein Wavin Kunststoffschacht mit 50 cm Durchmesser aus.

M.f.G.
Karl Jansen
Ihr Kanalgutachter

Re: Neuerrichtung eines Revisionsschachtes bei Kanalsanierung
geschrieben von: angie12 (IP-Adresse bekannt)
Datum: 22. Juni 2010 08:46

In diesem Fall wurden wohl einige Verfehlungen von den Erbauern der Reihenhaussiedlung gemacht, vor allem der Revisionschacht h├Ątte schon bei der Entstehung gebaut werden m├╝ssen. Ist nat├╝rlich jetzt bitter f├╝r die Eigent├╝mer, die sich mit rechtlichen Fragen diesbez├╝glich besch├Ąftigen m├╝ssen. Die Risse und Verschiebungen k├Ânnten unter Umst├Ąnden von der Geb├Ąudeversicherung getragen werden, das h├Ąngt aber nat├╝rlich vom Vertrag und den genauen Gegebenheiten ab.



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