Kanalsanierung :  Forum
 
Eigenartiges Gutachten vom Sachverständigen
geschrieben von: silnon (IP-Adresse bekannt)
Datum: 04. Mai 2015 22:13

Hallo!

Im April 2010 hatten wir Samstags eine Verstopfung.
Der Kanalunternehmer Herr Q. spülte vom Revisionsschacht 5 Min. dann kam Lehm und ein Rohrsplitter. Dieser Rohrsplitter hatte keine Ablagerungen und auch die Bruchkanten waren nicht verfärbt wie ein fabrikneues Rohr - nur der Kanal ist 30 Jahre alt.
Von anderer Stelle wollte er nicht spülen und eine TV-Untersuchung wäre nicht notwendig.
Anhand des Spülschlauches, der 3m i
m Kanal war bis Lehm kam, lokalisierte er die defekte Stelle unter der Garage.. Für den Aufriss nannte er uns 1000€
4 Tage später wurde aufgerissen, aber nicht 3m vom Schacht sondern 1m und es wurden Rohre ausgebaut die nicht defekt waren. Es stellte sich heraus, ein Blindrohr, das noch nie Abwasser geführt hatte, endete im Lehm und unsere Verstopfung war an einer anderen Stelle, nicht in dem aufgerissen Bereich.
Dann wurde doch von einer anderen Stelle gespült. Ein herausgerutschter Dichtungsring unter dem Haus hatte die Verstopfung verursacht. Die Baustelle blieb offen.
Mit der Rechnung kam dann der Schock. Aus 1000€ wurden 2000€ und für die beiden Spülungen verlangte Herr Q. 555€. Nachdem er uns mitteilte das der Keller wegen des Dichtungsrings aufgerissen werden müsste und Kurzliner bei uns nicht gingen; wandten wir uns an ein anderes Kanalunternehmen, welches die Kurzlinersanierung und die Grubenbefüllung machte.
Dieses Unternehmen schrieb uns eine Beurteilung, die wir an das 1. Kanalunternehmen mit der bitte die Rechnung zu reduzieren, schickten. Keine Reaktion.
2 Jahre später schickte er eine Zahlungserinnerung + 250€ Zinsen. Wir gingen zum Rechtsanwalt.
2 Briefe wurden gewechselt. Dann war wieder Ruhe.
Im Januar 2014 bekam meine Mutter (Hausbesitzerin) eine Klageschrift zugestellt. Beim Einreichen der Klage hatte Herr Q. die Wahl, entweder Gerichtsstand des Erfüllungsortes oder Wohnsitz der Beklagten. Er wählte das 400km entfernte Amtsgericht. 6 Personen mussten 800km fahren.

Das Gericht beauftragte einen Sachverständigen. Er sollte ermitteln ob die Preise ortsüblich sind.
Er machte 2 Kostenaufstellungen
1. Das was gemacht wurde und 2. wenn nur die Hälfte aufgerissen worden wäre.
Jetzt zu meiner Frage: mir ist aufgefallen das der Sachverständige die Kosten und Arbeitszeiten 1:1 aus der alten Rechnung übernommen hat. z.b.. ein Rohr KG 150, 2000mm kostet bei beiden netto 71,10€.
Für die TV-Untersuchung die hätte gemacht werden müssen, veranschlagte der Sachverständige netto 210€ + 50€ Dokumentation.
Ganz schön happig, das Blindrohr war 4m und die Verstopfung 6m vom Revisionsschacht entfernt.

Kann das noch korrekt sein, dass 20 Positionen sowohl auf der Rechnung als auch auf der Kostenaufstellung des Sachverständigen auf den Cent genau übereinstimmen?

Vielen Dank fürs Lesen.
Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Gruß Silvia

Kanalsanierung
geschrieben von: kjansen (IP-Adresse bekannt)
Datum: 17. August 2015 14:24

Hallo Herr Frau Silnon,

leider habe ich heute erst ihren Beitrag gesehen und antworte jetzt drauf.

Nein, korrekt ist das nicht. Meines Erachtens können die Kosten nicht auf den Cent übereinstimmen. Das hat ein Geschäckle.

MfG

Karl Jansen

Ihr Kanalgutachter.de & Kanalseelsorger.de



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